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  1. EKR ERWEITERUNG KINDERGARTEN REICHENAU SÜD | TYPE invited competition - 1st prize  LOCATION Innsbruck / Austria  CLIENT IIG Innsbrucker Immobilien GmbH  YEAR 2018  TEAM Eva Schwärzler  STRUCTURAL ENGINEER tragwerkspartner zt gmbh  MODEL Die Modellbauer


    Auszug aus dem Juryprotokoll:
    Insgesamt eine geglückte Erweiterung, die mit dem Bestand ein gelungenes Ensemble bildet und die in ihren wesentlichen Elementen auch stadträumlich sichtbar ist und zukünftigen Entwicklungen nicht im Wege steht.


    Ausgangssituation

    Das schlichte Bestandsgebäude aus den 60er-Jahren präsentiert sich als klassischer Bildungsbau seiner Zeit, mit Funktionsräumen und Erschließungsflächen. Der gesamte Komplex besteht aus 3 unterschiedlichen Baukörpern, dem Hauptgebäude mit sämtlichen Funktionsräumen, einem eingeschoßigen Bauteil mit Bewegungsraum sowie dem dazwischen liegenden Foyer. Der Eingangsbereich ist derzeit ein reiner Verbindungsraum ohne Aufenthaltsqualität. Funktionell scheint es sinnvoll, die neuen Gruppenräume als Aufstockung der eingeschossigen Bauteile zu konzipieren, da diese, halbgeschossig versetzt, über das bestehende Stiegenhaus leicht erreicht, und mit den bestehenden Räumen fließend in Beziehung gesetzt werden können.

    Der nächste Baustein
    Das vorliegende Projekt schlägt eine kompakte Lösung zwischen dem Bewegungsraum und dem Hauptgebäude vor, aus folgenden Überlegungen:  
    Das pädagogische Konzept eines offenen Hauses verlangt nach kurzen Wegen, die neuen Gruppenräume werden somit so nah wie möglich am bestehenden Stiegenhaus konzipiert. Durch die Erweiterung des Foyers um den Essbereich gewinnt dieses an Attraktivität, und wird so in der Benützung und Wahrnehmung Teil des Kindergartens und nicht nur reine Erschließungsfläche.
    Die neu konzipierten Räume verstehen sich als Klammer in mehrfacher Hinsicht. Zum einen in der Fortsetzung und Verbindung der beiden flankierenden Bestandsbauteile, andererseits in der Verzahnung mit dem Straßen- und Grünraum. Der auskragende Gruppenraum über dem Eingangsbereich macht den Kindergarten sichtbar und definiert gleichzeitig einen adäquaten Vorbereich, der selbstverständlich alle  Anforderungen an die Barrierefreiheit erfüllt. Gartenseitig schieben sich sowohl der Gruppenraum wie auch der darunter liegende Essbereich in den Garten und geben so der wichtigen Funktion des Mittagstisches einen schönen Rahmen – Essen im Grünen.

    Tragwerksplanung / Materialisierung der Konstruktion
    Die Deckenkonstruktion des bestehenden Bewegungsraumes weist augenscheinlich keine ausreichende Tragfähigkeit im Hinblick auf eine Nutzungsänderung auf. Nicht zuletzt deshalb vermeidet der vorliegende Entwurf hier aufwendige konstruktive Maßnahmen und konzentriert sich auf eine Aufwertung des Mitteltraktes.
    Auf die bestehende Stahlbetondecke über dem Kellergeschoss wird eine leichte Stahl-Holz-Konstruktion aufgeständert. Die Lastableitung des Neubaus erfolgt über die tragfähigen Wandbereiche des bestehenden Kellergeschosses sowie  - in den vorgelagerten Bereichen - über neue Streifenfundamente.
    Die aufgehende Konstruktion ist eine hybride, werkstoffgerechte Kombination aus Stahl und Holz:
    filigrane Stützen und Träger in Kombination mit massiven Brettsperrholz- Wänden übernehmen die vertikale Lastabtragung. Die einfach eingehängten oder aufgelegten Decken- und Dachelemente können wahlweise als vorgefertigte Massivholz- oder hoch wärmedämmende Holzelementdecken ausgeführt werden. Diese Konstruktionsmethode weist aufgrund der Vorfertigung der Bauteile eine entsprechend kurze Bauzeit und eine hohe Ausführungspräzison auf. Gleichzeitig werden energetische und ökologische Anforderungen an die Nachhaltigkeit erfüllt.